Hörspiele, Schauspiele und Gedichte
Aktualisiert am Lesezeit etwa 2 MinutenRubrik: Werk
Wiechert war vor allem Erzähler. Doch er schrieb auch für Rundfunk und Bühne, und er hat sein Leben lang Gedichte verfasst. Die meisten davon erschienen erst nach seinem Tod.
Hörspiele der frühen 1930er Jahre
Der Rundfunk war um 1930 ein neues Medium, und viele Autoren versuchten sich an Hörspielen. Wiechert schrieb 1933 „Das Spiel vom deutschen Bettelmann“, 1934 folgten „Der tote Marschall“ und „Ein deutsches Weihnachtsspiel“. Die Titel zeigen seine Themen: Armut, Krieg, Weihnachten als Fest der Armen. Die Hörspiele gehören in die Jahre, in denen Wiechert noch öffentlich auftreten und gesendet werden konnte.
Schauspiele
1935 erschienen zwei Schauspiele: „Der verlorene Sohn“, nach dem biblischen Gleichnis, und „Die goldene Stadt“. Nach dem Krieg folgten „Der armen Kinder Weihnachten“, ein Stoff, den er auch als Märchen erzählt hat (Die Märchen), und „Okay oder die Unsterblichen“ (1946), dessen Titel schon auf die Besatzungszeit verweist. Auf den Bühnen haben sich diese Stücke nicht gehalten; sie sind vor allem als Zeugnisse seines Denkens interessant.
Die Gedichte
Lyrik begleitete Wiechert von den Anfängen an. Schon den Romanen der 1920er Jahre stellte er Gedichte voran, und 1938 veröffentlichte er mit „Von den treuen Begleitern“ Deutungen von Gedichten anderer Dichter, die ihm wichtig waren. Eigene Gedichtbände erschienen erst nach seinem Tod: „Die letzten Lieder“ 1951 und „Meine Gedichte“ 1952.
Die Gedichte sind formal traditionell, gereimt und liedhaft, und kreisen um dieselben Motive wie die Prosa: Heimat, Wald, Tod, Gott, Abschied. Als Lyriker ist Wiechert heute kaum bekannt, doch wer seine Erzählungen mag, findet in den Gedichten die Stimmung der Romane in knappster Form.
Einordnung
Im Gesamtwerk bleiben Spiele und Gedichte Nebenwege. Für das Verständnis Wiecherts sind sie trotzdem aufschlussreich: Sie zeigen, wie sehr er Schriftsteller im Dienst einer Botschaft war – ob als Redner vor Studenten (Reden), als Märchenerzähler oder als Verfasser eines Weihnachtsspiels. Wer mit seinem Werk beginnen will, fängt besser bei den Romanen und Erzählungen an; eine Empfehlung gibt der Lesefolge-Vorschlag.