Die Reden Ernst Wiecherts
Aktualisiert am Lesezeit etwa 2 MinutenRubrik: Reden
Wiechert war nicht nur Erzähler, sondern auch ein gefragter Redner. Seine Reden vor Studenten und Schülern machten ihn in den 1930er Jahren zur Stimme vieler Schweigender – und nach 1945 zum umstrittenen Mahner.
Alle Reden im Überblick
| Datum | Rede | Ort |
|---|---|---|
| 16.03.1929 | Abschiedsrede an die Abiturienten | Königsberg |
| 06.07.1933 | Der Dichter und die Jugend | Universität München |
| 16.04.1935 | Der Dichter und die Zeit | Universität München |
| o. J. | Rede an die junge Mannschaft | ohne Ort |
| o. J. | Weihnachtsansprache an die deutsche Jugend | ohne Ort |
| 11.11.1945 | Rede an die deutsche Jugend | Münchner Schauspielhaus |
| 1946 | Über Kunst und Künstler (ungesprochen) | Hamburg |
| 17.05.1947 | Gedenken der Toten | erste Dachau-Gedächtniskundgebung |
| 04.06.1947 | An die Schweizer Freunde | 19. Internationaler PEN-Kongress, Zürich |
| 22.09.1947 | Das zerstörte Menschengesicht | Goethe-Feier, Kirche Stäfa |
Der Redner Wiechert
Wiecherts Reden folgen einem wiederkehrenden Muster. Er spricht als Dichter, nicht als Politiker; er appelliert an Gewissen, Ehrfurcht und Wahrhaftigkeit; seine Sprache ist feierlich und biblisch getönt. Konkrete politische Forderungen stellt er selten. Gerade das machte ihn 1933 und 1935 schwer angreifbar – und es war zugleich die Grenze seiner Wirkung, wie Kritiker nach 1945 anmerkten.
Schon die Abschiedsrede an seine Königsberger Abiturienten von 1929 zeigt den Lehrer, der seinen Schülern mehr als Wissen mitgeben will. Die beiden Münchner Reden machten ihn dann landesweit bekannt. Die zweite, 1935, wurde heimlich abgeschrieben und weitergereicht, in einem Brotlaib nach Moskau geschmuggelt und dort 1937 in der Exilzeitschrift „Das Wort“ gedruckt.
Die Reden im Einzelnen
- Der Dichter und die Jugend · Der Dichter und die ZeitZwei Reden im Auditorium maximum – die zweite wurde in einem Brotlaib nach Moskau geschmuggelt.
- Rede an die deutsche Jugend (11. November 1945)„Wir hatten einmal ein Vaterland …“ – die umstrittenste Rede der ersten Nachkriegsmonate.
- Reden nach 1945Dachau-Gedenken, PEN-Kongress in Zürich und die Goethe-Rede in Stäfa.
Wie diese Reden aufgenommen wurden und was man ihnen vorwarf, beschreibt das Kapitel Innere Emigration.