Das Werk: Romane, Erzählungen, Märchen
Aktualisiert am Lesezeit etwa 2 MinutenRubrik: Werk
Ernst Wiechert hinterließ 13 Romane, rund 50 Erzählungen und Novellen, Märchen, Gedichte, Hör- und Schauspiele. Hier ist alles in der Reihenfolge des Erscheinens verzeichnet; die wichtigsten Titel haben eigene Seiten.
Wiecherts Werk lässt sich grob in drei Phasen teilen. Die frühen Romane der 1920er Jahre sind düster, von Krieg und Stadtflucht geprägt und stellenweise völkisch gefärbt; Wiechert selbst hat sie später verworfen. Mit dem Erzählband „Der silberne Wagen“ und dem Roman „Die kleine Passion“ beginnt um 1928/29 die mittlere Phase: christlich-humanistisch, stiller, mit großen Erfolgen wie „Die Magd des Jürgen Doskocil“. Nach der Haft 1938 entstehen die späten Werke, in denen Schuld, Gerechtigkeit und Neuanfang im Mittelpunkt stehen – „Das einfache Leben“, „Der Totenwald“, „Die Jerominkinder“ und „Missa sine nomine“.
Werkverzeichnis
Die Übersicht folgt den Angaben der gängigen Nachschlagewerke; bei Werken, die lange vor ihrem Erscheinen entstanden, ist das Entstehungsjahr vermerkt. Reden sind gesondert unter Reden verzeichnet.
Die Werke im Einzelnen
- Die frühen Romane (1916–1926)„Die Flucht“, „Der Wald“, „Der Totenwolf“ – Bücher, die der Autor später selbst nicht mehr gedruckt sehen wollte.
- Der silberne WagenSieben Erzählungen über Krieg, Schuld und Heimkehr – darunter „Der Kinderkreuzzug“.
- Die kleine PassionJohannes wächst zwischen einem gewalttätigen Vater und prügelnden Lehrern auf – und will am Ende Recht studieren.
- Die Magd des Jürgen DoskocilEin Fährmann, eine Magd und ein Wanderprediger – der Roman, der Wiechert berühmt machte.
- Die MajorinEine Gutsherrin und ein totgeglaubter Soldat, der nach zwanzig Jahren über das Moor zurückkommt.
- Der TodeskandidatDrei knappe Antikriegserzählungen aus dem Ersten Weltkrieg, erschienen 1934.
- HirtennovelleEin armer Junge wird Dorfhirte und gibt sein Leben für ein einziges Lamm.
- Das heilige JahrFünf Novellen von Dreikönig bis Weihnachten, darunter „Regina Amstetten“.
- Wälder und Menschen · Jahre und ZeitenDie Jugenderinnerungen von 1936 und die Lebenserinnerungen nach dem Krieg.
- Der weiße Büffel oder Von der großen GerechtigkeitEine indische Legende gegen Staatsvergötzung – 1937 vorgelesen, erst 1946 gedruckt.
- Das einfache LebenEin Marineoffizier wird Fischer auf einer masurischen Insel – Wiecherts größter Erfolg.
- Die JerominkinderDer Köhlersohn Jons aus Sowirog wird Arzt – und kehrt zu den Armen seines Dorfes zurück.
- Der Totenwald. Ein BerichtDer Bericht über Buchenwald, geschrieben 1939, vergraben bis 1945 – Wiecherts bekanntestes Buch.
- Die MärchenÜber vierzig Kunstmärchen, begonnen im letzten Kriegswinter „für alle armen Kinder aller armen Völker“.
- Missa sine nomineDrei adlige Brüder nach KZ, Krieg und Flucht – Wiecherts letzter Roman über Schuld und Neubeginn.
- Weitere Erzählungen, Romane und BetrachtungenAtli und Tobias, Jedermann, Die Totenmesse, Der Exote und die Nachlassbände im Überblick.
- Hörspiele, Schauspiele und GedichteHörspiele der 1930er Jahre, Nachkriegsschauspiele und die Gedichtbände aus dem Nachlass.
Wo man die Texte findet
Da Wiecherts Werke gemeinfrei sind, stehen viele von ihnen frei zugänglich im Netz, etwa beim Projekt Gutenberg. Antiquarisch sind die Ausgaben der Verlage Kurt Desch und Langen Müller leicht zu bekommen; „Der Totenwald“ liegt seit 2008 in der Bibliothek Suhrkamp vor. Hinweise auf Ausgaben und Sekundärliteratur sammelt die Seite Literatur und Ausgaben. Wer nicht weiß, wo er anfangen soll, findet im Lesefolge-Vorschlag eine Empfehlung.